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Laufende Projekte

Steigerung der Medikamentenadhärenz zur Verbesserung der Patientensicherheit in der kardiologischen Rehabilitation (PaSiMed)
Projektmitarbeiterinnen: Katharina Quaschning (M.A.) und Prof. Dr. Mirjam Körner
Methodenberatung: Prof. Dr. Markus Wirtz 
Finanzierung: Interne Mittel
Herz-Kreislauferkrankungen stellen seit Jahren die häufigste Todesursache im Erwachsenenalter in Deutschland dar. Als Voraussetzung für eine effektive Therapie müssen die vom Arzt verordneten Medikamente dauerhaft und korrekt eingenommen werden. In der nationalen wie in der internationalen Literatur wird bei vielen Dauertherapien jedoch von einer Einnahme-Rate von rund 50 Prozent berichtet. 
Als zentrale Ursachen für eine schlechte Medikamentenadhärenz werden von der WHO (2003) soziale und ökonomische (u.a. Alter, Bildungsstand), systembedingte (u.a. Ausmaß der Patientenbeteiligung), krankheitsbedingte (u.a. Multimorbidität), therapiebedingte (u.a. Komplexität der Therapieschemata) und patientenbedingte Faktoren (u.a. Angst vor unerwünschten Arzneimittelwirkungen) beschrieben. Die Folgen einer schlechten Medikamentenadhärenz sind u.a. mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität und darüber mit hohen direkten sowie indirekten Kosten für das deutsche Gesundheitssystem verbunden. 
Da es sich bei Herz-Kreislauferkrankungen um häufige und folgenschwere Erkrankungen handelt, die effektiv therapiert werden können, aber mit einer schlechten Medikamentenadhärenz einhergehen, fokussiert dieses Projekt auf Einrichtungen der stationären kardiologischen Rehabilitation. 
Ziel des Projekts ist die Entwicklung von alltagsnahen Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Medikamentenadhärenz in kardiologischen Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation. Dies kann dazu dienen, die Medikamentenadhärenz als wichtigen Baustein der medizinischen Rehabilitation in den Fokus alltäglicher Praxis zu rücken. Neben einer Verringerung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen können Reha-Ziele schneller erreicht, die Patientensicherheit erhöht sowie die Effektivität der medizinischen Rehabilitation gesteigert werden.

 


AnEffLo – Anti-Effizienzlogiken: Reflexiv nachhaltige Perspektiven auf Interaktionsarbeit am Beispiel Pflege


Förderzeitraum: 01.04.2020 – 31.03.2023

Leitung: Prof. Dr. Dr. Manfred Moldaschl

Projektmitarbeiterinnen: Prof Dr. Mirjam Körner und Nicole Röttele, M.Sc.

Konsortialpartner: Zeppelin Universität gemeinnützige GmbH; VIOM GmbH, Berlin; minnt GmbH, Unterföhring; Deutsche Fachpflege Holding GmbH, München

Der Wandel der Arbeitswelt durch voranschreitende Automatisierung und Digitalisierung betrifft in zunehmendem Maße die Arbeit an und mit Menschen, insbesondere den Pflegesektor. Damit Beschäftigte und Klienten die Chancen dieses Wandels nutzen können, sind ein sicherer Umgang mit neuen Technologien sowie ein grundlegendes Vertrauen in diese notwendig.
Einseitiges Effizienzdenken steht dem entgegen, da es unter anderem dazu führt, dass die Bedürfnisse der Patienten und Pflegekräfte häufig zu kurz kommen. Aus diesem Grund ist die Anwendung von »Anti-Effizienzlogiken« mit den Mitteln moderner Technologien erforderlich. Darunter lassen sich Logiken verstehen, die Affekte, Beziehungsqualität und weitere "weiche" Faktoren berücksichtigen, wie beispielsweise die »Stimmung« von Pflegebedürftigen oder die Arbeitszufriedenheit der Pflegekräfte. Ansätze dazu bieten die drei verschiedenen Konzepte, die im Forschungsprojekt AnEffLo verfolgt werden: Mit institutioneller Reflexivität etwa werden systematisch routinierte Abläufe und Tätigkeiten hinterfragt. Das Konzept der polychromen Nachhaltigkeit berücksichtigt insbesondere Gesundheitsaspekte im Arbeitsbereich und das patientenzentrierte Pflegemanagement rückt die Bedürfnisse der Patienten in den Mittelpunkt.
Ziel des Projekts AnEffLo ist es, diese drei Konzepte durch technische Unterstützung für den Bereich der Pflege anwendbar zu machen. Zu diesem Zweck werden drei Instrumente entwickelt und erprobt, die digitale Technologien im Sinn von »Anti-Effizienzlogiken« einsetzen: ein reflexiv-nachhaltiges Pflegelogistiksystem, das auch weiche Faktoren, wie etwa gegenseitige Sympathie, berücksichtigt, eine Emotionserkennungs-App, die z.B. dem Pflegepersonal in der Intensivpflege wichtige »Rückmeldungen« geben kann sowie ein reflexives Pflegemanagement, das durch ein Software-Tool unterstützt wird und dabei hilft, Entscheidungsalternativen zu erkennen und zu priorisieren.
Die prototypische Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit unserem Praxispartner »Deutsche Fachpflege«, die bundesweit eine Vielzahl von ambulanten Pflegediensten sowie Wohngemeinschaften und stationäre Einrichtungen betreibt. 
Aufgabe der Medizinischen Psychologie und Soziologie der Albert-Ludwigs-Universität ist die Prozess- und Ergebnisevaluation des reflexiv-nachhaltigen Pflegelogistiksystems und der Emotionserkennungs-App auf den zwei Ebenen der Pflegekräfte und Patienten. Dies erfolgt mit einem Mix aus qualitativen und quantitativen Methoden, wie Interviews und schriftlichen Befragungen. Als Ergebnis der Prozessevaluation wird eine Implementierungsstrategie erwartet.
Die Projektergebnisse sorgen in der Praxis für eine Erhöhung der Zufriedenheit von Patienten und Pflegekräften, die Förderung der organisationalen Innovationsfähigkeit sowie eine größere Nachhaltigkeit der Arbeit im Pflegesektor. Die gewonnenen Erkenntnisse können zudem auf weitere Branchen übertragen werden, in denen die direkte, persönliche Interaktion maßgeblich ist, wie z.B. ärztliche Behandlung oder Beratungstätigkeiten.
Weiterführende Links:
https://www.produktion-dienstleistung-arbeit.de/de/projekte.php?PN=11051022#
http://forschdb.verwaltung.uni-freiburg.de/servzu/forschdbzu.recherche0?xmldokumentart=Projekt&lfdnr=608&sprache=D&Layout=zu&Ausgabeart=bs
&Rahmen=1&CSS=https://forschdb.verwaltung.uni-freiburg.de/zeppelin/content.css&Variante=3
https://www.viom.de/forschung.html

 


GAP – Gut informierte Kommunikation zwischen Arzt und Patient
Förderzeitraum: 01.10.2017 – 30.09.2021
Leitung: Dr. Sebastian Voigt-Radloff PhD M.Sc.
Projektmitarbeiterinnen: PD Dr. Mirjam Körner und Nicole Röttele,
M.Sc.Konsortialpartner: Universitätsklinikum Freiburg; Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; Allgemeinmedizinisches Institut am Universitätsklinikum Erlangen; BKK Landesverband Bayer K.d.ö.R; TU Dortmund
Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass eine von Patient und Arzt gemeinsam verantwortete, verhandelte und individuell angemessene medizinische Behandlung - sogenannte Partizipative Entscheidungsfindung - den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst. Damit dies ermöglicht wird, müssen insbesondere die Patienten in die Lage versetzt werden, eine solche Entscheidung gut informiert zu treffen.
Bürger und Patienten informieren sich immer häufiger selbst über Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten, etwa im Internet. Jedoch ist die eigene Recherche bei Ärzten umstritten, da Selbstinformation die Patienten verwirren kann und unseriöse Gesundheitsinformationen nicht leicht zu erkennen sind.
Mit dem Vorhaben „Gut informierte Kommunikation zwischen Arzt und Patient“, kurz GAP soll eine neue Versorgungsform erprobt werden. Den Patienten und Allgemeinmedizinern werden, beispielhaft zum Thema Rückenschmerz, verlässliche Informationen zur Verfügung gestellt. Die Informationen werden in verständlicher Sprache online aufbereitet und in ein für das Arzt-Patienten-Gespräch anwendbares Format gebracht. Zusätzlich erhält der Arzt ein Kommunikationstraining zur Nutzung des Informationssystems.In die neue Versorgungsform werden 200 Ärzte und 1.000 Patienten aus Bayern mit der Indikation Rückenschmerz einbezogen. Verglichen wird mit einer Gruppe von 100 Ärzten und 500 Patienten, die diese Versorgungsform nicht erhalten. Es wird erhoben, wie sich die Informiertheit von Arzt und Patient, die Bewertung der Arzt-Patient-Kommunikation und die wahrgenommene Patientenbeteiligung unterscheiden.
In dieser wissenschaftlichen Studie wird zudem untersucht, wie sich die durch Rückenschmerz verursachten Arbeitsunfähigkeitstage und die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems unterscheiden.   Im Erfolgsfall kann das Informationssystem auch bundesweit und für andere Erkrankungen ausgeweitet werden. Langfristig kann es Eingang in die Versorgung finden und sowohl für Ärzte als auch Patienten die medizinische Behandlung nachhaltig verbessern. 

Daneben wird in einer Reihe von nicht aus Drittmitteln finanzierten Projekten Fragestellungen der Sozialepidemologie, der Salutogeneseforschung, der Belastungsforschung in Gesundheitsberufen, der Unterrichtsforschung sowie der Schlafforschung nachgegangen.

Weitere Informationen und Publikationslisten zu einzelnen Projekten erhalten Sie über die Forschungsberichte in der Forschungsdatenbank der Universität Freiburg. 

 

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